Seit 75 Jahren am Puls der Zeit: die Klubschule Migros

Die Erfolgsgeschichte der Klubschule begann 1944 mit einem kleinen Inserat im «Brückenbauer». Beworben wurden Sprachkurse für fünf Franken. Seitdem hat sich die Welt verändert, nur die Idee der Klubschule nicht: Sie vermittelt, was der Zeitgeist verlangt. Waren es damals Sprachkenntnisse, sind es heute digitale Kompetenzen, die den Anschluss an die Welt sicherstellen.

(Bild: zVg) Klubschule Migros feiert Jubiläum: Heute stehen 600 verschiedene Kurse in fünf Bereichen zur Verfügung – zur persönlichen Entfaltung oder zur Erhöhung der eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Auch nach 75 Jahren ist die Klubschule mit jährlich über 340’000 Teilnehmenden die beliebteste Bildungsinstitution der Schweiz. Zu ihren Erfolgsfaktoren zählen die faszinierende Angebotsbreite, das gute Gespür für Trends und der Klubgedanke, der mehr denn je gepflegt wird. Hauptanliegen der Klubschule ist und bleibt bei allem die individuelle Entwicklung jedes Einzelnen.

Grosser Bildungshunger nach Kriegsende Anfang Mai 1944 führte die Genossenschaft Migros den ersten Kurs durch. Mit Blick auf das bevorstehende Kriegsende bot sie Sprachkurse an, die in breiten Kreisen der Bevölkerung auf grosses Interesse stiessen und für arbeitslose Lehrkräfte eine neue Existenzgrundlage bedeuteten. Nur sechs Jahre später waren es bereits 14 Standorte, die neben Sprachen auch Kunstgewerbekurse wie Buchbinden, Nähen, Weben oder Porzellanmalen anboten. Das Bedürfnis nach günstiger Erwachsenenbildung blieb ungebrochen: 1959 besuchten schon 85’000 Personen einen von 125 verschiedenen Kursen an 24 Standorten.

Das Leben sinnvoll gestalten
Kritiker befürchteten, die Klubschule würde bestehende Institutionen und Privatschulen konkurrenzieren. Schnell zeigte sich jedoch, dass sie eine Lücke schloss: Die Klubschule richtete sich an Menschen, die ihre Persönlichkeit entwickeln wollten, und weniger an jene, die sich von einer Weiterbildung nur eine wirtschaftliche Verbesserung versprachen. Deshalb kam die Klubschule nie «akademisch» daher. Sie wollte in den Menschen die Lust wecken, sich laufend weiterzubilden – heutzutage bekannt als Konzept des «lebenslangen Lernens». Zudem war ein Grundgedanke, dass die Teilnehmenden «mittun» sollten, anstatt Wissen nur passiv zu konsumieren.

Noch heute ist der Gründergeist spürbar und die Klubschule steht immer noch für den unkomplizierten, voraussetzungsfreien Zugang zu Bildung. Mit der Klubschule manifestierte sich Gottlieb Duttweilers Lebensmotto «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein». Weil Menschen auch etwas fürs Gemüt braucht, treffen sie sich seit Generationen in ungezwungener Klubatmosphäre, um gemeinsame ihre Interessen zu vertiefen.

Jeder Kurs zu seiner Zeit
In den 75 Jahren hat die Klubschule viele Trends gesetzt und der Wandel der Zeit spiegelt sich im Kursangebot wider: Junggesellen-Kochkurse in den 50er-Jahren, topmoderne Fahrsimulatoren in den 60ern, Töpfer-, Foto- und Makramee-Ateliers in den 70er-Jahren. 1984 bot die Klubschule als erste Bildungsinstitution Computerkurse für jedermann an und surfte auf der Aerobic-Welle. In den 90er-Jahren wurde das Angebot an berufsorientierter Weiterbildung mit Diplom- und Zertifikatskursen ausgebaut. Im neuen Jahrtausend kamen mit den digitalen Technologien vor allem Weiterbildungen im Bereich Digital Business und neue Lernformen wie E- und Blended-Learning auf. Gleichzeitig wuchs in der von Komplexität, Wandel und Tempo geprägten Zeit die Bedeutung von gesundheitsfördernden Kursen. Gestresste und erschöpfte Menschen suchen heutzutage nach Methoden der Stressbewältigung. Das Achtsamkeitstraining MBSR verzeichnete 2018 den höchsten Zuwachs und seit Jahren ist die Klubschule die grösste Yogaschule der Schweiz.

Eine lebenslange Bildungspartnerin – on- und offline
Das Angebot der Klubschule hat sich immer am Puls der Zeit entwickelt, geblieben ist der Erfolg von Sprachkursen: 2018 haben mehr als 111’000 Personen einen solchen besucht, wobei Deutsch mit mehr als 43’000 Teilnehmenden das beliebteste Fach war. Aber auch massgeschneiderte Firmenschulungen sowie Online-Angebote sind im Trend. Mit digitalen Lernformaten antwortet die Klubschule auf das wachsende Kundenbedürfnis nach orts- und zeitunabhängigem Lernen.

Heute stehen 600 verschiedene Kurse in fünf Bereichen zur Verfügung – zur persönlichen Entfaltung oder zur Erhöhung der eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Klubschule Migros baut ihr Angebot auf Basis der aktuellen Bildungsbedürfnisse weiter aus und wird dadurch auch in Zukunft eine starke, regional verankerte Ausbildungspartnerin sein.

pd

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