Energiepolitik und EU-Stromabkommen

    Das Talk-Format «Schweiz im Fokus» steht für aktuelle Themen und eine kontroverse, engagierte, aber stets faire Auseinandersetzung. In der von Julia Lüscher moderierten Sendung geht es um eines der drängendsten Themen unserer Zeit: die Energiezukunft der Schweiz und das geplante Stromabkommen mit der EU, über das die Schweizer Bevölkerung voraussichtlich noch abstimmen wird.

    (Bild: zVg) Im Talk «Schweiz im Fokus» sprachen Patrick Hofstetter, Jean-Philipp Kohl und Christian Imark (v. l.) über die Energiezukunft der Schweiz.

    Zu Gast waren SVP-Nationalrat Christian Imark, Vize-Direktor von Swissmem Jean-Philippe Kohl sowie Patrick Hofstetter, Energie- und Klimaschutzexperte beim WWF.

    Kann die Schweiz ihren wachsenden Strombedarf decken?
    Bis 2050 wird sich der Strombedarf nahezu verdoppeln – getrieben durch die Dekarbonisierung und die Elektrifizierung von Mobilität, Wärme und Industrie. Patrick Hofstetter blickt dennoch optimistisch in die Zukunft und setzt auf den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien. Jean-Philippe Kohl betonte dagegen die Bedeutung einer stabilen Energieversorgung und wettbewerbsfähiger Strompreise für die Industrie. Christian Imark wiederum verwies auf die zahlreichen und kostspieligen Baustellen der aktuellen Energiepolitik. In einem Punkt herrschte zwischen Kohl und Imark Einigkeit: Für die Energiewende bis 2050 kommt die Atomkraft zu spät. Hofstetter ergänzte, Atomenergie sei vor allem ein politisches Symbolthema, aber keine Lösung für die praktischen Herausforderungen der Energieversorgung. Klar wurde: Die Schweiz wird ihre Energiezukunft nur mit einem breit abgestützten Mix verschiedener Technologien meistern können. Ein diversifiziertes Stromportfolio ist der Schlüssel.

    EU-Stromabkommen: Lösung für unsere Probleme?
    Im zweiten Teil diskutierten die Gäste das geplante EU-Stromabkommen, das den Schweizer Zugang zum europäischen Strommarkt regeln soll. Das Abkommen sei durch institutionelle Elemente, wie die dynamische Rechtsübernahme und den Streitbeilegungsmechanismus «verpolitisiert» worden, sagt Christian Imark. Jean-Philippe Kohl hingegen betonte die wirtschaftliche Bedeutung des Abkommens: Es schaffe die Grundlage für einen offenen, stabilen und kosteneffizienten Strommarkt und damit eine Zukunft für den Industriestandort Schweiz. Auch Patrick Hofstetter steht dem Abkommen grundsätzlich positiv gegenüber und sieht darin vor allem eine Chance, wenn ökologische Leitplanken gesetzt werde.

    Aber bilden Sie sich selbst ein Urteil!

    Julia Lüscher

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