Bernhard Heusler war Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates des FC Basel 1893. Von 2012 bis 2017 war Heusler Präsident des FCB. In der Ära Heusler gewannen die Basler den Schweizer Meistertitel acht Mal in Folge. Seit 2018 ist der 62-jährige promovierte Jurist und langjährige Rechtsanwalt Co-Präsident der Stiftung Schweizer Sporthilfe mit Sitz in Ittigen. Dies zusammen mit dem 64-jährigen Urs Wietlisbach, dem Mitgründer der erfolgreichen Investmentfirma Partners Group.

Die finanziellen Anforderungen steigen und die Schweizer Sportlerinnen und Sportler erhalten keine direkte Bundesförderung. Häufig fehlt ein geregeltes Grundeinkommen. Die Schweizer Sporthilfe bietet, dank der Unterstützung von Privatpersonen, Firmen, Stiftungen und Lotterien, verschiedene Förderinstrumente an. Mit Auszeichnungen und Patenschaften gibt sie ambitionierten Nachwuchstalenten den entscheidenden finanziellen Schub. Leistungsorientierten Eliteathletinnen und -athleten mit finanziellem Bedarf, räumt die Sporthilfe mit Förder- und Sonderbeiträgen finanzielle Hürden aus dem Weg, sodass sie sich komplett auf ihre Karriere fokussieren können.
Schweiz-eigenes System
«Für mich ist in einem Land wie der Schweiz und wie wir den Sport fördern, die Sporthilfe von zentraler Bedeutung», sagt Bernhard Heusler. «Unsere Spitzensportler erhalten zwar teilweise Trainer, Trainingsmöglichkeiten und Material, aber keinen Lohn.» Deshalb sei vor 55 Jahren die Schweizer Sporthilfe gegründet worden. «Etwa in Italien oder Deutschland wird die Unterstützung der Athletinnen und Athleten aus Steuergeldern generiert. In der Schweiz funktioniert das anders. Jede Schweizerin und jeder Schweizer kann selbst entscheiden, ob und wie viel ihm die Sporterfolge wert sind.» Man versuche mit der Stiftung Schweizer Sporthilfe möglichst viel Geld für die Schweizer Sportlerinnen und Sportler zu sammeln, um möglichst viele Athletinnen und Athleten zu unterstützen.

Angelica Moser, Europameisterin 2024 im Stabhochsprung und Bernhard Heusler, Co-Präsident Stiftung Schweizer Sporthilfe.
So werden die Förderbeiträge vergeben
Die Schweizer Sporthilfe unterstützt nicht nur Eliteathletinnen und -athleten auf dem Weg an die Spitze, sondern auch Nachwuchstalente, denen der Durchbruch zur Elite noch bevorsteht. Um Unterstützung von der Sporthilfe zu erhalten, müssen die jungen Sporttalente einen Leistungsausweis erbringen – sprich im Besitz einer «Swiss Olympic Talent Card National» sein. Die Eliteathletinnen und Eliteathleten müssen im Besitz einer «Swiss Olympic Card» Bronze, Silber oder Gold sein, um eine Förderung zu erhalten. «Die einzelnen Sportverbände stufen in Zusammenarbeit mit Swiss Olympic die sportliche Leistung ein», sagt Heusler. «Es gäbe dabei eine unsichere Phase, nämlich jene, in der hoffnungsvolle Athletinnen und Athleten noch keine grossen Titel geholt haben und noch nicht im Rampenlicht stehen». Und genau für solche Talente – etwa im Alter zwischen 17 und 22 Jahren – komme dann die Sporthilfe zum Tragen. Eine ideale Sportlerin oder ein idealer Sportler, die oder der von der Sporthilfe unterstützt werden müsste, gäbe es so nicht, meint Heusler. «Es geht nicht nur um den Sport, sondern auch um die Lebenssituation der Athletin oder des Athleten, bei der wir als Schweizer Sporthilfe mit unserer Unterstützung den Unterschied machen können. Dies, damit sie ihren oder er seinen realistischen Traum einmal verwirklichen kann.» So vergibt die Sporthilfe die Förderbeiträge nach einem strukturierten und bedarfsorientierten System.
Der Weg zum Star
Ohne die Schweizer Sporthilfe und die zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer wären viele Sportlerinnen und Sportler nicht da, wo sie heute sind. Grosse Namen wie Mujinga Kambundji, Marco Odermatt, Lara Gut-Behrami, Belinda Bencic, Fabian Cancellara, Franjo von Allmen oder Nino Schurter wurden auf ihrem Weg an die Spitze finanziell von der Stiftung Schweizer Sporthilfe supportet. «Ab einem gewissen Einkommen werden die Top-Sportlerinnen und -Sportler nicht mehr unterstützt. Ski-Crack Marco Odermatt etwa bekommt von der Schweizer Sporthilfe keine Unterstützung mehr.» Auf Roger Federer angesprochen: «Bei Roger Federer ist es mittlerweile umgekehrt, er unterstützt seit vielen Jahren jährlich 50 Nationale Sporttalente, ausserhalb des Tennis, in strukturierter Zusammenarbeit mit der Schweizer Sporthilfe. Sollte der ehemalige Tennisprofi nun ein Comeback geben, würde er sicher nicht ‹Sporthilfe Support› beantragen, bzw. erhalten», sagt Heusler.
Tolles Co-Präsidium
«Das Co-Präsidium bei der Schweizer Sporthilfe ist eine grossartige Sache, die ich in dieser Form so noch nie hatte», sagt Heusler. «Als Präsident des FC Basel führte ich den Verein bewusst teambasiert, ohne hierarchische Strukturen. Weil wir zwei Co-Präsidenten bei der Schweizer Sporthilfe so verschieden sind, ergänzen wir uns beide hervorragend und das Ganze macht mir sehr viel Spass.» Heusler geht noch weiter. «Hätte Urs Wietlisbach zum Co-Präsidium nicht ja gesagt, hätte ich es auch nicht gemacht.» Deshalb steht für Heusler auch fest, «wir sprechen uns ab, wie lange wir dieses Amt noch fortführen.»
Olympische Erlebnisse
Als Co-Präsident der Schweizer Sporthilfe hat Heusler schon viele eindrucksvolle Erlebnisse und Emotionen erfahren dürfen, allen voran bei seinem ersten Besuch der Olympischen Spiele in Paris 2024. «Die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris waren der Hammer! Da hat sich die ganze Weltstadt in den Dienst der Olympischen Spiele gestellt. Da wurden sogar sechsspurige Strassen einfach komplett gesperrt», so Heusler. «Die vielen historischen Wettkampfstätten waren sehr eindrücklich, so etwa das Fechten im Grand Palais, der im Jahr 1900 für die Weltausstellung errichtet worden war.» Auch den Tag an den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand Cortina genoss Heusler sehr. «Hier hat die Schweizer Sporthilfe zusammen mit Swiss Olympic und weiteren Partnern das House of Switzerland in Bormio betrieben. Und einen Ort für ‹Schweizer Medaillenfeiern› geschaffen.»
Sporthilfe Super10Kampf
Zum 46. Mal versammelt der Sporthilfe Super10Kampf am 30. Oktober 2026 das «Who is who» im Schweizer Sport: Sportstars aus verschiedensten Disziplinen duellieren sich in einzigartigen Spielen, und sorgen dafür, dass sich das Zürcher Hallenstadion Jahr für Jahr in die verrückteste und witzigste Sportarena der Schweiz verwandelt. «Dieser Anlass ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte und ist für die Aussenwahrnehmung der Schweizer Sporthilfe eminent wichtig. Zudem herrscht da immer eine Super-Stimmung mit einer sehr familiären Atmosphäre.»

Sportstars hautnah erleben an der Sporthilfe Gala
Alle zwei Jahre trifft sich die Crème de la Crème der Schweizer Sportelite bei der Sporthilfe Gala. Im Zentrum des Wohltätigkeitsevents stehen die Athletinnen und Athleten von gestern, heute und morgen. «An der Sporthilfe Gala am 31. Oktober 2026 feiern wir die Faszination des Sports, und die Menschen, die ihn prägen. Nach den Olympischen und Paralympischen Winterspielen in Milano Cortina 2026 stehen die Schweizer Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner im Mittelpunkt – ebenso wie die Athletinnen und Athleten, die morgen Geschichte schreiben.» Darauf freut sich Heusler schon heute, denn die Gala vor zwei Jahren begeisterte den Basler richtiggehend.
Raphael Galliker
Impressionen der Sporthilfe Gala 2024 gibt es hier:
sporthilfe.ch/events/gala/#2024
Über die Stiftung Schweizer Sporthilfe
Die Stiftung Schweizer Sporthilfe unterstützt Schweizer Athletinnen und Athleten seit über 55 Jahren auf ihrem Weg an die Spitze. Besonders im Nachwuchsalter und in Randsportarten, wo mediale Präsenz, grosse Sponsoren und hohe Preisgelder ausbleiben, hilft die Schweizer Sporthilfe leistungsorientierten Sporttalenten und ihren Familien, die finanzielle Herausforderung einer Karriere im Spitzensport zu bewältigen. Die Sporthilfe fördert mit über 12 Millionen Franken jährlich mehr als 1’300 leistungsorientierte Schweizer Sporthoffnungen dank einer breiten Unterstützung von der Bevölkerung, der Loterie Romande, der Swisslos, der Stiftung Sportförderung Schweiz, der Wirtschaft und weiteren Stiftungen. Die Gelder fliessen dabei in Form von individuellen Förderbeiträgen, Patenschaften und Auszeichnungen an talentierte Athletinnen und Athleten aus über 80 Sportarten.*
*Provisorische Zahlen




