Stephan Eicher gehört zu den grossen Superstars im Musikbusiness und verzaubert seine Fans immer wieder mit seinen wunderschönen Songs. Der einzigartige Sänger hat ein neues Album aufgenommen, welches den Namen «Poussière d’Or» (Universal Music) trägt. Wir haben Stephan Eicher zum Interview getroffen.

Seit über vier Jahrzehnten prägt Stephan Eicher die europäische Musiklandschaft mit seiner unverwechselbaren Stimme, seiner stilistischen Vielseitigkeit und seiner Fähigkeit, Sprach- und Kulturgrenzen spielerisch zu überwinden. Kaum ein anderer Künstler vermag es, mit so viel Eleganz Geschichten zu erzählen und Melancholie, Witz und Lebensfreude in Liedern zu verweben, die weit über alle Grenzen hinausstrahlen. Mit «Poussière d’Or» veröffentlicht Eicher ein Album, das zugleich Hommage und Dank ist: eine Liebeserklärung an Frankreich, seine zweite Heimat. Entstanden ist ein Werk voller Intimität und Weite, voller Poesie und Klarheit, getragen von klassischen Chansons, die dennoch zeitlos modern klingen. Auf der Bühne entfalten diese Lieder ihre ganze Kraft: Stephan Eicher gelingt es, mit leisen Tönen grosse Momente zu schaffen.
Mit «Poussière d’Or» kehrt Eicher zur Einfachheit zurück, mit seinem Foto von 1983, einem schlichten Schwarz-Weiss-Porträt, das ursprünglich von Jean-Baptiste Mondino für das Cover der Single «Chansons bleues» aufgenommen und von Gregor Hildebrandt, einem Berliner bildenden Künstler, der sich darauf spezialisiert hat, Musikaufnahmen als Rohmaterial zu verwenden. Das sind 770 gestapelte Kassetten, die wie ein Puzzle das jugendliche Gesicht von Stephan aus den frühen 80er Jahren wiederherstellen. Stephan Eicher ist immer derselbe und doch immer anders. Ein bedeutender Künstler, der erneut die Moll-Tonleiter und ihre subtile Melancholie, ihre sanfte Zärtlichkeit liebt. Nichts ist tröstlicher inmitten des Lärms der Welt als diese Lieder, die einem das Herz zusammenziehen und zum Träumen einladen, egal ob man Spaziergänger ist oder nicht, ob man allein ist oder nicht. Die Winter-Tage werden durch die Musik von Eicher erhellt, und zweifellos noch einige weitere Jahreszeiten. Das neue Abenteuer mit dem Titel «Poussière d’or «(Goldstaub) ist somit das achtzehnte in Bezug auf die Diskografie und ist einfach nur ein weiteres Meisterwerk vom «Grande Maestro».
Hallo Stephan, wie geht es dir?
Stephan Eicher: Dankeschön, es geht mir gut. Ich bin auf dem Weg nach Genf, wo Gregor Hildebrandt, ein guter Freund von mir, eine Ausstellung präsentiert. Er hat auch das Cover vom neuen Album gemacht.
Lass uns doch über dein neues und grossartiges Album «Poussière d’Or» sprechen.
Es ist mein achtzehntes Album und ich habe mir vorab folgende Fragen gestellt: Braucht es eigentlich ein weiteres Stephan Eicher Album? Gibt es Gebiete, Terrain, eine Art von Musik, mit welcher ich mich noch nicht auseinandergesetzt habe? Mein neues Album ist mit dem Produzenten Martin Gallop entstanden, ein Kanadier, der in Berlin lebt. Zusammen haben wir uns dieses Album erträumt. Ich habe eine lustige Geschichte dazu: Martin hat mich im Sommer vor einem Jahr angeschrieben und hat mir ein Selfie geschickt, auf dem er unter dem Brandenburger Tor mit seinem vollgepackten E-Fahrrad zu sehen ist und dazu schreibt: «Stephan, ich komme…». Ich dachte mir zuerst, ok, sympathisch! Anschliessend folgten weitere Bilder von Martin auf dem Fahrrad am Rhein entlang und auf einmal war er am Walensee entlang geradelt und schreibt: «Stephan, ich bin schon bald da…». Er ist 1000 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren, um mich zu besuchen und zu fragen, ob ich ihm meine neuen Songs vorspielen könnte, er hätte evtl. eine Vision, wie wir das gemeinsam aufnehmen könnten. So etwas ist mir natürlich noch nie passiert (lacht). Ich konnte mich auf das Singen und Songwriting konzentrieren und Martin hatte eine sehr klare Instrumentierung im Kopf mit warmen Sounds. Wir haben es als «Musik, welche einem in die Arme nimmt» beschrieben. Wichtig war mir bei diesem Album viel Licht. Ich lächle bei allen Songs, wenn ich singe. Dieses Album beinhaltet eine gewisse «Leichtigkeit».
Auf diesem Album singst du mehrheitlich auf Französisch und einen Song «Bliib No Chli» singst du auf Schweizerdeutsch, wie kam es dazu?
Das Album habe ich im Hotel Schweizer Hof fertiggestellt und in Hamburg wurde es gemischt. Martin Gallop und ich wollten ein Album analog einer Vinyl-Platte mit Seite A und Seite B, kreieren. So ist auch der Song «Bliib No Chli» entstanden, was auch ganz passend war zu diesem Thema. Entstanden ist eine Art «klassische Vinyl Platte» mit zwölf Songs. Es wird zu einem späteren Zeitpunkt ein weiteres Album geben, mit den Songs auf Schweizerdeutsch, welche nicht auf dieser Platte zu hören sind.
Was bedeutet dir diese Platte?
Diese Platte hat etwas, was mir guttut. Es steckt viel Arbeit in diesem Album: Songs schreiben und produzieren, alles zu mischen und das Album mit Musiker/-innen, Violinen und Mischpult etc. – notabene ohne Maschinen– aufzunehmen. Es ist bestimmt eines meiner teuersten Alben geworden. Wir haben wie in den 90er Jahre produziert.
Was sind deine nächsten Pläne?
Bei mir laufen meistens einige Projekte parallel. Ich funktioniere wie ein klassischer Musiker, der drei bis vier Repertoire hat. Ich gehe mit meiner Band im Februar 2026 auf Tournee mit dem neuen Album. Wir machen dabei Halt an meinen Lieblingsorte wie im L’Olympia in Paris, im Cirque Royal in Brüssel oder im Zürcher Volkshaus. Parallel bin ich auch mit einem Theaterstück, welches ich auf Französisch geschrieben habe, mit dem Theatermacher François Gremaud unterwegs. Dabei werde ich musizieren, singen und sprechen. Ein weiteres Projekt habe ich auch mit Simon Baumann (Künstlername «Osomo»). Ich wurde zudem vom New Wave / Punk Club «Dolce Vita» aus Lausanne angefragt, anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums mit meinen «alten Maschinen» aufzutreten. Sie laufen noch. Es bereitet mir grosse Freude auch mit diesem Projekt auf eine kleine Tournee zu gehen.
Mit deinem Bruder Martin Eicher hattet ihr mit «Grauzone» in den 80er Jahre grossen Erfolg. Wie sieht es aktuell mit «Grauzone» aus?
Wir sind am 14. Januar 2026 mit meinem Bruder Martin Eicher (Leader von Grauzone) in einem Tonstudio um Streicher aufzunehmen. Dieses Mal sind es alles seine Lieder und Visionen. Wenn ich mir diesen neuen Sound anhöre, ist es für mich einfach neue Musik, welche ich noch nie zuvor gehört habe. Manchmal sehr ruhig und schwebend und auf einmal wird es sehr elektronisch. Es wird auf jeden Fall eine spannende Sache.
Bevorzugst du eher Live Shows oder doch die Arbeit im Studio?
Live kenne ich mich etwas besser aus, da ich es im Verhältnis auch öfters mache. Im Studio arbeite ich intensiv alle zwei Jahre. Ich schätze bei Live Konzerte die Begegnungen mit dem Publikum. Ein Konzert mit vielen Menschen und Begegnungen ist magisch. Schon als Kind bin ich immer sehr gerne in die Kirche gegangen. Es hat mir immer sehr gut gefallen, wenn mehrere Leute zusammen gesungen haben. Diese Harmonie und Melodie beindruckt mich sehr.
Zu guter Letzt noch eine Message für deine Fans.
Ich möchte einfach nur Merci sagen für die Aufmerksamkeit, welche mir die Leute schenken. Ich bin dankbar, dass man sich Zeit nimmt, um meine Musik zu hören und an meine Konzerte kommt. Das berührt mich immer ganz tief.
Interview: Christos & Christos
Das neue Stephan Eicher Album «Poussière d’Or» (Universal Music) ist ab sofort im Handel erhältlich.
Konzertdaten unter:
www.allblues.ch
www.ticketcorner.ch
Weitere Infos:
www.stephan-eicher.com
www.universalmusic.ch






